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Im Zeit-Raum: Im Kampf für Amazonien

Donnerstag, 16. Mai 2013

Bischof Erwin Kräutler sprach mit Johannes Kaup über seinen Kampf für Gerechtigkeit und Menschenwürde, seine Motive, seinen Lebensweg und die aktuelle Situation seines Einsatzes gegen das Staudamm-Projekt Belo Monte.

Der 1939 in Koblach/Vorarlberg geborene Erwin Kräutler tritt nach dem Gymnasium 1958 in die Kongregation der Missionare vom Kostbaren Blut ein, nach seinem Studium der Theologie und Philosophie und seiner Priesterweihe 1965 wandert er nach Brasilien aus.

Dort wird er 1980 zum Bischof der größten brasilianischen Diözese Xingu ernannt, ein Gebiet viermal so groß wie Österreich, aber mit nur 500.000 Einwohnern, darunter Indios der Völker Kayapó, Asurini, Araweté, Parakanã, Xipaia-Curuaia und Arara.

Kräutler tritt öffentlich gegen das politische, soziale und wirtschaftliche Unrecht auf, das den Völkern widerfährt. Ein Engagement mit Folgen: 1983 wird er bei einer Solidaritätsaktion mit Arbeitern, denen man monatelang den Lohn vorenthielt, niedergeschlagen, verhaftet und verhört.

Im selben Jahr wird er zum Präsidenten des Indigenen Missionsrates (CIMI) gewählt. Unterstützt von einer großen Tageszeitung reagieren die politisch Mächtigen auf Kräutlers Engagement mit einer Diffamierungskampagne gegen den Indigenen Missionsrat und Kräutler als Person. Im Oktober 1987 wird ein Mordanschlag auf ihn verübt. Die Täter und der Auftraggeber werden verurteilt, der Auftraggeber jedoch nach einem zweiten Verfahren freigelassen.

Doch Kräutler lässt sich nicht unterkriegen: Er informiert die Öffentlichkeit im In- und Ausland über die Ausbeutung von Mensch und Natur in Amazonien. 1995 wird Kräutlers Ordensbruder Hubert Mattle am Bischofssitz Altamira ermordet. 2005 wird Ordensschwester und Umweltaktivistin Dorothy Stang von Auftragsmördern getötet. Auch Kräutler selbst erhält Todesdrohungen: weil er die Hintermänner des Mordkomplotts vor Gericht bringen will, weil er prominente Personen in Altamira wegen Kindesmissbrauchs angezeigt hat – und wegen seines Widerstandes gegen das Mega-Staudammprojekt Belo Monte.

Erwin Kräutler ist mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet worden, unter anderem 2010 mit dem Alternativen Nobelpreis.

27.03.2013

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Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Wiener Zeitung.

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Im Zeit-Raum: Im Kampf für Amazonien
Donnerstag, 16. Mai 2013
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