oe1.ORF.atORF.at
oe1.ORF.at
Webradio Podcast
Ö1 Inforadio Sa, 21.11.2009
ALLE       INLAND       AUSLAND       WIRTSCHAFT       KULTUR       INTERNATIONAL      
Inland
07:00
Mi, 01.08.2007
gesundheitsvorsorge
Streit über 8 Millionen Grippeschutzmasken
Audio
Länge: 1:39 min
Ö1 Morgenjournal
Im Vorjahr hat die ehemalige Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat (ÖVP) zur Influenza-Vorsorge insgesamt neun Millionen Grippeschutzmasken produzieren lassen. Die Masken haben sich als Ladenhüter erwiesen, nur eine Million wurde verkauft. Wo der Rest - also acht Millionen Masken - derzeit ist, ist unbekannt. Das Brisante daran: ursprünglich hatte sich das Ministerium dazu verpflichtet, bis Mitte des Jahres Restbestände zurückzukaufen und die beiden Herstellerfirmen zu bezahlen. Davon ist jetzt nicht mehr die Rede, es wird mit den Firmen verhandelt.

Kein Renner
Schon Ende des Vorjahres war klar: die Grippeschutzmasken des Gesundheitsministeriums sind alles andere als ein Renner. Ab Anfang November waren die neun Millionen Masken vier Wochen lang in Apotheken, Baumärkten, Drogerie- und Supermärkten verbilligt zu haben - eine Packung zu 20 Stück um 11 Euro 99. Die damalige Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat und der Sozialmediziner Michael Kunze hatten allen Österreichern empfohlen, 20 Masken pro Person für den Fall einer Grippewelle vorsorglich zuhause einzulagern. Das empfehle die Weltgesundheitsorganisation und auch der österreichische Pandemieplan.

Bundesheer hütet die Masken
Nach einem Monat, noch vor Weihnachten, sind die Masken allerdings wieder aus den Regalen verschwunden. Die acht Millionen nicht verkauften wurden verpackt und lagern nach wie vor beim Bundesheer irgendwo in Salzburg.

Streit um Kostenersatz
Und jetzt geht es um's Geld. Denn vor Beginn der Aktion hieß es aus dem Gesundheitsministerium: Restposten werden vom Ministerium bis Mitte des Jahres 2007 zurückgekauft. Aber man sei optimistisch, dass es keine Restbestände geben wird, sagte der Sprecher der jetzigen Gesundheitsministerin Andrea Kdolsky (ÖVP). Jetzt heißt es aus dem Ministerium: noch sei nichts an die beiden Herstellerfirmen überwiesen, man verhandle jetzt mit den Unternehmen über eine mögliche Lösung. Die hätte es bis gestern schon geben sollen, aber Gespräche sind erst für nächste Woche geplant. Wer bei den beiden Firmen Dräger und 3M nachfragt, prallt gegen eine Mauer des Schweigens. Kein Kommentar, heißt es dort.

"Aktion nicht gut gelaufen"
Auskunftsberechtigt sei nur das Ministerium. Heikel ist die Sache für die Firmen allemal: schließlich haben sie die Produktion der Masken vorfinanziert. Wer jetzt wie viel der entstandenen Kosten trägt, ist laut Ministerium noch unklar. Aber die Masken seien sinnvoll, leider sei die Aktion nicht gut gelaufen.
JOURNALE

Hier finden Sie die jeweils aktuellsten Journal-Ausgaben zum Nachhören.

Audio (Morgenjournal)

Audio (Mittagsjournal)

Audio (Abendjournal)

Audio (Kulturjournal)

Links

wetter.ORF.atWetter
news.ORF.atNews