Montag, 22. März 2010
Vorpremiere des Ö1 Features "Diese Lust am Verwildern. Krieg in Deutsch-Südwestafrika" von Stefan Weber, eine Montage aus bisher unveröffentlichten Aufzeichnungen aus einem dunklen Kapitel deutscher Kolonialgeschichte.
"Die Hereros waren noch schlimmer wie Hyänen, ihr Leben ist zäher wie das einer Schlange. Kleinere Wunden achten sie wenig, wenn Gefahr ist zu verbluten, stopfen sie diese mit Gras oder Lumpen zu." (Emil Malzahn, Soldat).
Sie sind neugierig, naiv und patriotisch. Die Soldaten und Offiziere der kaiserlichen Schutztruppe, die in Hamburg die Dampfer nach ihrer Kolonie Deutsch-Südwestafrika - dem heutigen Namibia - besteigen, haben vor allem eines im Kopf: Üppige Palmenhaine, kaffeebraune Schönheiten und deutsche Volkslieder. Als sich aber im Januar 1904 die "schwarzen Bestien ganz unerwartet und plötzlich" (Emil Malzahn) gegen die Deutschen erheben, entwickelt sich schnell ein Krieg, der sieben Monate später mit dem deutschen Genozid an den Hereros seinen grausamen Höhepunkt erreichen wird.

Vorpremiere des Ö1 Features "Diese Lust am Verwildern. Krieg in Deutsch-Südwestafrika" von Stefan Weber.
Aus der Montage von bisher überwiegend unveröffentlichten Tagebuchaufzeichnungen, Briefen und Gedichten jener Soldaten entsteht ein intimes Sittenbild einer überforderten, kriegführenden Gesellschaft im Dienste des global denkenden Kaiser Wilhelm II. Auf der anderen Seite reflektieren erstmals ins Deutsche übersetzte Herero-Preislieder - die Aufnahmen stammen aus den 30er Jahren - eine bis heute unbekannte Sichtweise des stolzen Nomadenvolkes auf diesen Krieg.
Nach der Vorpremiere des Features sprach Ö1 Redakteurin Eva Roither mit Stefan Weber, dem Autor der Sendung, sowie mit Dag Henrichsen, wissenschaftlicher Leiter der Basler Afrika Bibliografien und einer der profundesten Kenner der namibischen Geschichte. Seine Vorfahren haben als weiße Siedler den Herero-Krieg erlebt.
19.09.2007
Eine Veranstaltung von Ö1.
Im Zauberberg
Montag, 22. März 2010
20:00 Uhr
KlangTheater