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Dreispiel im Vierten

Samstag, 15. September 2012

Ein gemeinsamer Veranstaltungsabend von Wien Museum, RadioKulturhaus und Theater Akzent mit gestaffelt stattfindenden Konzerten und gemeinsamem Ticket, in dessen Mittelpunkt Willi Resetarits mit unterschiedlichen Bands stand.

Wilhelm Resetarits... aufgewachsen mit den burgenländischkroatischen Volksweisen im heimatlichen Stinatz, jahrelang politisch und musikalisch engagiert bei den "Schmetterlingen", harmonisch verbrüdert mit dem Ostbahn Ausnahme-Gitarristen Karl Ritter, sprachlich und lyrisch mit Ehrfurcht geprägt von H. C. Artmann – und mit väterlicher Begeisterung verbunden den stimmungsvollen spanischen Gesängen seiner Tochter Johanna…

Es sind diese Lebenswegweiser durch die Wurzeln, das Wesen und das Wirken, die zu den drei Etappen von Willis Wandertag auf der Wieden führten.

1. Etappe, Karlsplatz, Wien Museum, 18:00 Uhr
Bereits seit Jahrzehnten beschäftigt sich Resetarits mit den Werken von H. C. Artmann. Noch nicht ganz solange ist es her, dass er die "von dem Unsäglichen entwürdigten" berühmten Initialen des Wiener Poeten und Schriftstellers für sich von "H. C." in "hl." geändert hat: "Weil warum? Ich bin ein blinder Gläubiger der Kirche des heiligen Artmann."

Für den spannenden und gefühlvollen Soundtrack bei seiner neu zusammenstellten Lesung sorgte sein musikalischer Lebensbegleiter Karl Ritter. "Das besonders Schöne an dieser Premiere ist", freute sich Resetarits, "dass sie keiner großen Vorbesprechungen bedarf." Denn wie er aus der verlässlichen Quelle der eigenen Erfahrung etlicher gemeinsam gestalteter Abende weiß: "Der Karl macht einfach immer spontan genau die richtige Musik."

2. Etappe, Argentinierstraße 30a, RadioKulturhaus, 19:30 Uhr
"Es gibt ja Lieder, die habe ich bereits intrauterin zweistimmig mit meiner Mutter gesungen", zwinkert Resetarits. Mit Begeisterung gemeinsame Sache machte er daher mit den "Basbaritenori": einem jungen, burgenländisch-kroatischen Vokal-Quartett, das u.a. traditionelle Weisen in schwungvolle a-cappella-Gewänder hüllt. Eine musikalische Enthüllung war auch dabei: Die Melodie der "Kaiserhymne" hat Joseph Haydn anno 1797 einem kroatischen Volkslied entlehnt.

Von Wilhelms Wurzeln ist es nicht weit zum Apfel, der bekanntlich nicht weit vom Stamm fällt. Johanna ist sein Name. Und er hat eine große Leidenschaft für die spanische und lateinamerikanische Musik. Mit ihrer Band besticht "Juanita" mit herzlich-feurigen Liedern. "Die Fusion dieser beiden Acts ist mir eine wunderbare Herausforderung", freute sich Resetarits auf diesen persönlichsten Abschnitt seines musikalischen Triptychons.

3. Etappe, Theresianumgasse 18, Theater Akzent, 21:00 Uhr
Nach einem kurzen Anstieg ins Karolinenviertel sorgt das Wandertags-Finale dann für die einmalige Reunion einer legendären Formation aus den 70ern. Die "Schmetterlinge" spielen Lieder aus dem Programm "Verdrängte Jahre", das vor über 30 Jahren im Auftrag der "Wiener Festwochen" entstand: eine aufwändig recherchierte Collage über die Zwischenkriegszeit nach politischen, satirischen und gesellschaftskritischen Szenen und Texten von Jura Soyfer, die heute wie damals so aktuell und brisant sind, wie zum Zeitpunkt ihrer Entstehung in den 30er-Jahren. Resetarits: "Da werde ich wohl stellenweise noch ein wenig Text auffrischen müssen."

Text: Peter Blau

23.07.2012

Service

Dreispiel im Vierten
Samstag, 15. September 2012

18:00 bis 18:40Uhr
Wien Museum

19:30 bis 20:10 Uhr
RadioKulturhaus

21:00 Uhr
Theater Akzent

Wien Museum
Theater Akzent
Willi Resetarits

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