Tacheles: Freiheit perdue?
Wer sich noch an die 1960er Jahre erinnert, weiß, was Freiheit bedeutet. Freiheit gegen (die Autoritäten), von (den Zwängen), wider (den Staat), für (die Lust). Inzwischen wird diese maßgebliche Forderung der Aufklärung immer mehr aufgegeben. Angeblich im Namen der Sicherheit, oder wegen der ökonomischen Effizienz, verharren mehr und mehr im Mainstream, verpflichtet dem Zeitgeist, aus Bürgerfeigheit und individueller Bequemlichkeit.
Warum? Weil alle nur noch an die ohnehin fragwürdige Ökonomie des Kapitals glauben, ihre bedingungslose Individualität aufs Podest stellen und gesellschaftlich verbindende Grundsätze von Moral und Ethik nicht mehr zulassen? Dass die Menschen in Sklavenrollen schlüpfen, in bedingungslose Anpassung - ja, woran eigentlich? - sich selbst entmündigen, und damit vor 1789 zurückfallen, macht scheinbar niemandem etwas aus. Oder merkt das niemand?
Zu Gast waren Elisabeth von Samsonow, Künstlerin und Philosophin, Professorin für philosophische und historische Anthropologie der Kunst an der Akademie für Bildende Künste Wien, und Herbert Lackner, Chefredakteur der Wochenzeitung "Profil". Das Gespräch leitete Manfred Wagner, Ordinarius für Kultur- und Geistesgeschichte an der Wiener Angewandten mit Forschungsschwerpunkt auf bildender Kunst, Musik, Kultur- und Bildungspolitik, Kulturförderung sowie Medien- und Rezeptionsforschung seit der Aufklärung.
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Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Wiener Zeitung.
Service
Tacheles: Freiheit perdue?
Montag, 12. März 2012
19:00 Uhr
KlangTheater
