Maus aus Beton

(c) Ronald Zechner

Kunstraum Radio: Ronald Zechner

Seit seiner Gründung macht das ORF RadioKulturhaus das akustische Medium Radio auch mit anderen Sinnen erlebbar, es ist mit seinen Veranstaltungen, die zu Sendungen werden, eine Art "leibhaftiges Radio", erweitert also einen akustischen Raum zu einem visuellen und haptischen.

Folgerichtig spielte von Anfang an die Bildende Kunst eine wichtige Rolle bei der Gestaltung dieser Räume: von der von Johann Garber bemalten Ohr-Skulptur vor dem Eingang des RadioKulturhauses bis zu Oswald Tschirtners Kopffüßler-Zeichnungen im RadioCafe.

ROBOTS OF THE PAST

Die Ausstellung "Robots of the past" von Ronald Zechner zeigt 25 Objekte, Skulpturen und Grafiken.
Eine Wand im Foyer des Großen Sendesaals wird als Installation bespielt, auf der gegenüberliegenden Wand zeigt der Künstler eine Art 3D-Graffiti – einen Radfahrer mit Luftballonen als aktuelles Statement zum Klimawandel. Die Arbeiten sollen dem Betrachter/der Betrachterin ironisch vor Augen führen, in welcher "Klima-Lüge" wir leben und wie wir uns umweltgerechtes Verhalten vorgaukeln lassen. Beispielhaft seien hier E-Auto-, E-Bike- oder E-Scooter- Fahrer/innen genannt, die davon überzeugt sind, mit ihrem Mobilitätsverhalten der Umwelt Gutes zu tun. Dabei pflegen sie jedoch ein reines Gewissen wider der Tatsache, dass die Ökobilanz von E-Fahrzeugen höchst umstritten ist – und unter anderem stark davon abhängig, welche Stromquelle genutzt wird.

Chain

(c) Ronald Zechner

Ronald Zechner will mit seinen Arbeiten auf radikale Weise zeigen, dass die einzig mögliche umweltfreundliche Motorisierung die eigene Körperkraft ist. In diesem Sinne sind nur wir Menschen selbst perfekte Maschinen und Roboter! So sind auch die verwendeten Materialien Dämmplatte, Beton und Reste aus früheren Arbeiten als reflexives Statement zur westlichen Überschuss- und Wegwerfgesellschaft zu verstehen – Doch während Ziegelhäuser mit Dämmplatten verklebt oder Plastikverpackungen in Papiersäcken verstaut werden, verpackt der Künstler umgekehrt die
"giftigen" Materialien in Beton oder Spachtelmasse.

Ronald Zechner wurde 1972 in Klagenfurt geboren und erhielt sein Diplom für Szenografie 1999 an der Akademie der bildenden Künste Wien. 2007-2010 war er Assistent bei Franz West, absolvierte zahlreiche Ausstellungen und wirkte bei Film- und Theaterprojekten im In- und Ausland mit.