HERTHA HURNAUS
Ö1 Klassik-Treffpunkt: Ersan Mondtag
SA | 18 04 2026 | 10:05 Uhr
RadioCafe
Eintritt: FREI
Anmeldung über das ORF RadioKulturhaus Kartenbüro
Live in Ö1
Am 16. Mai feiert eine Neuinszenierung von "Les Pêcheurs de perles" von Georges Bizet an der Wiener Staatsoper Premiere. Der Mann hinter dieser Inszenierung gibt schon einen Monat davor erste Einblicke in die Produktion - und in seine Grenzen sprengende Theaterarbeit.
Ersan Mondtag wird 1987 als Ersan Aygün in Berlin in eine liberale türkische Gastarbeiterfamilie geboren. Bei einem Schüleraustausch in den USA bringt ihn seine Gastfamilie in Washington erstmals mit der "Hochkultur" in Kontakt und er wird bald unheilbar vom Theatervirus befallen. Nach Hospitanzen bei Thomas Langhoff, Frank Castorf, Claus Peymann und Vegard Vinge studiert er an der Münchner Otto-Falckenberg-Schule, bricht aber nach zwei Jahren ab und gründet die Performance-Plattform "Kapitæl 2 Kolektif".
Es folgen Produktionen in Frankfurt, München und Kassel, 2016 wird Mondtags Stück "Tyrannis" zum Berliner Theatertreffen eingeladen. Die Zeitschrift Theater heute kürt Mondtag nicht nur zum Nachwuchsregisseur des Jahres, sondern auch gleich noch zum Bühnenbildner und Kostümbildner des Jahres. Seither sind noch einige Preise dazugekommen - und viele Regiearbeiten, zum Beispiel am Berliner Ensemble, den Münchner Kammerspielen, am Thalia Theater Hamburg, der Deutschen Oper Berlin oder der Oper Lyon. In Wien hat er 2024 am Burgtheater mit "Toto" nach Sibylle Berg Aufsehen erregt.
In den letzten Jahren dehnt Mondtag seine performative und interdisziplinäre Vision von Theater immer mehr in Richtung Oper aus. Und das ist gar kein so großer Schritt, denn diese Vision "speist sich immer schon aus dem 'Geist der Musik'", wie es auf seiner Internetseite heißt.
