(c) eSeL.at/Joanna Pianka
Ö1 Kulturtalk: Eine neue Klima-Kultur. Wie Ökologie in Kunst und Kultur Einzug hält
DO | 23 04 2026 | 19:00 Uhr
RadioCafe
Eintritt: FREI
Anmeldung über das ORF RadioKulturhaus Kartenbüro
Zu hören in Ö1
SO | 26 04 2026 | 18:15 Uhr
Kann Kunst die Komplexität der globalen Klimakrise vermitteln? Kann sie Lösungsansätze reflektieren oder diese gar entwickeln? Oder sind diese Erwartungen schon zu hochgegriffen? Welche Kanäle der Wissensvermittlung funktionieren? Braucht es diese überhaupt, oder sind wir schon genug informiert über Phänomene wie die Auswirkungen der globalen Erwärmung oder der Ausbeutung fossiler Rohstoffe? Wieso ist es sinnvoll, über das Klima zu reden, wo doch andere globale Verwerfungen unsere Aufmerksamkeit fesseln?
Das diskutiert Anna Soucek mit der Künstlerin Folke Köbberling, der Kuratorin Sophie Haslinger und der Journalistin Katharina Kropshofer, die Falter-Natur-Redakteurin ist und ihre Arbeit so zusammenfasst: „Ich schreibe über Probleme und Lösungen der Klimakrise, oder widme mich Naturschutz-Bestrebungen. In meinen Reportagen nehme ich Sie mit, um den Ausbau erneuerbarer Energie zu begleiten, Fans und Gegner von neuen Klima- und Naturschutz-Richtlinien kennenzulernen oder landwirtschaftliche Missstände aufzudecken.“ Dabei ist ihr Anspruch, Klima-Themen in größeren gesellschaftlichen Zusammenhängen zu betrachten. Und nicht immer nur schlechte Nachrichten zu überbringen.
Auf einem viel umfahrenen Rasenfleck am Karlsplatz ist ein Auto abgestellt. Es ist die lebensgroße Replik eines SUVs, Räder und Untergestell sind aus Holz, aus einem Verbundmaterial aus Jute, Rohwolle, Zellulose, Lehm, Weizen und Erde die Außenstruktur. Das Auto wird hier zerfallen, zu Nährboden für Pflanzen und Lebensraum für Insekten werden. Die Künstlerin Folke Köbberling hat diese nachhaltige Skulptur als Beitrag von Kunst im öffentlichen Raum Wien zur Klima Biennale Wien modelliert und aufgebaut. Mittels organischer Materialien, wie Rohwolle und Erde verhandelt Folke Köbberling in ihren Installationen und Performances die Beziehung zwischen Menschen und der gebauten Umgebung, zwischen Natur und versiegeltem Stadtraum.
Mit der Klima Biennale leistet sich die Stadt Wien ein Kunstfestival, das sowohl in Museen und Offspaces, als auch im Außenraum stattfindet und den allgemeinen Zweck hat, „Kunst, Wissenschaft und Gesellschaft zusammenzubringen, um neue Perspektiven für eine lebenswerte Zukunft zu erproben“. Heuer ist die Festival-Zentrale das Kunsthaus Wien, das – im Sinne seines Gründervaters Friedensreich Hundertwasser, dem hehren Vorkämpfer für Stadtbegrünung und Umweltschutz – schon länger auf Klima und Nachhaltigkeit setzt, auch im künstlerischen Programm.
Sophie Haslinger ist Kuratorin am Kunsthaus Wien und spezialisiert auf die Schnittstellen zwischen bildender Kunst, Fotografie und Ökologie. Ihre aktuelle Ausstellung zur Klima Biennale trägt den Titel „Seeds. Reclaiming Roots, Sowing Futures“. Ausgehend von Samen und Saatgut werden Themen wie Migration, Kolonialismus und Aktivismus angesprochen. Offenbar haben Samen viel zu erzählen.
Service:
Klima Biennale Wien
KÖR Wien
Folke Köbberling
Stadtzeitung Falter – Natur
Kunsthaus Wien. Museum Hundertwasser
Sophie Haslinger
