Ö1 Klassik-Treffpunkt: Ulrich Seidl

Otto Brusattis Regie-Schwerpunkt im Ö1 Klassik-Treffpunkt wurde mit einem weiteren höchst erfolgreichen und mehrfach ausgezeichneten österreichischen Filmregisseur fortgesetzt: Ulrich Seidl.

Der Regisseur und Drehbuchautor Seidl erhielt Auszeichnungen für Dokumentarfilme wie "Good News", "Tierische Liebe", "Models", "Jesus, du weißt", produzierte 2001 mit "Hundstage" seinen ersten und bislang erfolgreichsten Spielfilm. Dieser wurde in Venedig mit dem Großen Preis der Jury ausgezeichnet. 2003 gründete Seidl die Ulrich Seidl-Film und brachte nun auch als Produzent den Spielfilm "Import Export" heraus, der 2007 im Wettbewerb von Cannes seine Uraufführung hatte.

2012 stellte Seidl mit "Paradies: Liebe" den ersten Teil seiner geplanten Paradies-Trilogie fertig. Für den ersten Teil der Trilogie erhielt Seidl 2012 seine zweite Einladung in den Wettbewerb der Internationalen Filmfestspiele von Cannes. Ebenfalls heuer wurde Seidl für den zweiten Teil seiner Trilogie, "Paradies: Glaube", in den Wettbewerb der Internationalen Filmfestspiele von Venedig eingeladen. Der Film brachte Seidl den Spezialpreis der Jury sowie den CinemaAvvenire Award ein.

Ulrich Seidls Zugang zum Film ist das Dokumentarische. Zentrale Begriffe sind Wahrheit und Authentizität. Sein filmischer Stil erinnert oft an TV-Doku-Dramen, wobei ein inszeniertes (Laien)Schauspiel wie die dokumentierte Realität wirken soll. Seidl gilt vielen als Extremfilmer und Provokateur, er arbeitet mit formal zum Teil verstörenden Mitteln – lange, starre Einstellungen, harte Schnitte, Distanz. Seine Arbeit ist ein Spiel mit dem Zuseher als Voyeur mit den Mitteln (semi-)dokumentarischer Filmproduktion.

Service

Ö1 Klassik-Treffpunkt: Ulrich Seidl
Samstag, 29. Dezember 2012
10:05 Uhr
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