Johann Wolfgang Islam – Westöstlicher Abend zwischen Klassik und Gegenwart

Der Goethe-Spezialist und Musikkenner Herbert Zeman begab sich auf Spurensuche eines interkulturellen Kontakts. Der Bariton Konrad Huber und die iranische Sopranistin Giti Maschajekhi knüpften gemeinsam mit Margit Fussi (Klavier) und Nariman Hodjati (Tar) ein musikalisches Netz zwischen Europa und Iran.

Herbert Zeman

Herbert Zeman

(c) privat

In seiner umfangreichsten Gedichtsammlung, dem "West-östlichen Divan", verarbeitete Goethe seine späte Begegnung mit der Lyrik des persischen Dichters Hafis als neue kulturelle Erfahrung mit der orientalischen Poesie und den Kulturen des Islam. Der Dichter des Westens empfand die Begegnung mit der Welt des Ostens als geistigen Aufbruch, als Verjüngung und "wiederholte Pubertät".

Vor allem der mystisch-philosophischen Dimension des Islam brachte Goethe großen Respekt entgegen. Der alternde Dichter griff mit dieser Auseinandersetzung ein Thema auf, das die junge Generation der europäischen Intelligenz im frühen 19. Jahrhundert beschäftigte: Von Byron bis Puschkin begeisterte man sich für den Orient.

Goethes "Suleika" inspirierte wiederum eine Reihe bedeutender Komponisten: Franz Schubert, Robert Schumann, Felix Mendelssohn-Bartholdy, Hugo Wolf, Richard Strauss und Arnold Schönberg vertonten Gedichte aus dem "Divan". Moderation: Gudrun Braunsperger

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Johann Wolfgang Islam – Westöstlicher Abend zwischen Klassik und Gegenwart
Mittwoch, 23. September 2015
19:30 Uhr
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