Porträt von Harald Welzer

Harald Welzer © Jens Steingässer

Harald Welzer

"Alles könnte anders sein" - Johannes Kaup spricht mit dem bekannten Soziologen und Sozialpsychologen über seine Gesellschaftsutopie für freie Menschen.

Die Zukunft in dunklen Farben zu malen, ist die übliche Art und Weise, wie wir ihr heute begegnen: Alles droht katastrophal zu werden. Die Erde wird von uns erhitzt und die Meere werden verschmutzt. Wir treiben durch unseren Lebensstil Raubbau an der Natur und zerstören damit die Lebensgrundlagen der nächsten Generationen. Abgesehen davon, dass wir uns gegen Zuwanderung gewaltsam abschotten und uns durch Digitalisierung vom Zwischenmenschlichen zunehmend entfremden.

Geht alles den Bach hinunter? – Ja, aber nur wenn wir so weiterjammern, anstatt die Spielräume und Alternativen nüchtern und frei zu analysieren. Der deutsche Soziologe Harald Welzer, Gründer der Stiftung Futurzwei, tut dies, indem er mit den Bausteinen der komplexen Realität Lego spielt.
Welzer zerlegt diese Realität in ihre Einzelteile, und er zeigt, wie sie funktionieren und was nicht mehr funktioniert. Dabei bleibt er aber nicht stehen, sondern schlägt vor, was man besser machen könnte. Wirtschaft, Autonomie, Arbeit, Nachhaltigkeit, Gerechtigkeit, Gemeinwohl, Solidarität, Mobilität, Beziehungen, Freundlichkeit, Zeit, Institutionen, Infrastrukturen und letztlich auch der Sinn vom Ganzen: Das sind die Lebensbereiche, um die es dem Autor und um die es Welzer in seinem Buch "Alles könnte anders sein" geht. Unsere Welt ist nicht dem Untergang geweiht, sondern lässt sich zum Positiven verändern, ist Welzer überzeugt. Und es liegt am Ende an uns selbst, wie die Zukunft aussehen wird.

Harald Welzer ist Soziologe und Sozialpsychologe. Er ist Direktor von Futurzwei. Stiftung Zukunftsfähigkeit. An der Universität Flensburg leitet er das Norbert-Elias-Center for Transformation Design. Welzer hat bereits viele Bücher zu den Themen gesellschaftspolitischer Transformation und Nachhaltigkeit geschrieben: "Klimakriege. Wofür im 21. Jahrhundert getötet wird", "Selbst denken. Eine Anleitung zum Widerstand", "Die smarte Diktatur. Der Angriff auf unsere Freiheit" und zuletzt "Alles könnte anders sein. Eine Gesellschaftsutopie für freie Menschen". Außerdem ist Welzer Herausgeber von "Futurzwei. Magazin für Zukunft und Politik".

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In Kooperation mit der Tageszeitung Die Presse.