Israel Galvan

(c) Nicolas Serve

Israel Galván: Radio Concert

Erstmals ist das ImPulsTanz – Vienna International Dance Festival mit einer Performance des spanischen Flamencotänzers und Choreografen Israel Galván im RadioKulturhaus zu Gast.

Wer ist imstande, den Flamenco neu zu formulieren, ihn mit Elementen von Cross-Dressing, Stierkampf und den unterschiedlichsten Ritualen aus der Populärkultur bis hin zum Fußball zu untermischen und ihn so ins 21. Jahrhundert zu überführen? Das ist vor allen anderen Israel Galván, überragender Bailaor der Gegenwart, der so ziemlich alles überschreitet, was der guten tradierten Folklore entspricht.
Das bedeutet also nicht nur die heiße Sohle auf dem hölzernen „tablao“ (Boden) des Flamenco, sondern ein Neuentdecken der Möglichkeiten dieses aufregenden andalusischen Tanzes. Schon 2016 hat Galván in FLA.CO.MEN bei ImPulsTanz vorgemacht, was darunter zu verstehen ist. Jetzt kommt der vielfach ausgezeichnete Star, der 2017 an der Kasseler documenta 14 teilgenommen hat, wieder nach Wien, wo er ein ganz spezielles Projekt umsetzen wird: ein Radio Concert. Immer schon wollte er seinen Tanz für eine Musik-CD aufnehmen, sagt Galván. Jetzt erfüllt sich dieser Wunsch bei ImPulsTanz im ORF Radiokulturhaus. Ein perkussives Fest für Tanz- und Musik-Aficionados ist garantiert!

Israel Galván wurde in Sevilla, Spanien, in die Tänzerfamilie von José Galván und Eugenia de los Reyes geboren und erhielt eine klassische Flamenco-Ausbildung, doch seit seiner ersten Kreation ¡Mira! / Los zapatos rojos (1998), die den Weg für ein Manifest für einen neuen Geist des Flamenco-Tanzes ebnete, hat er sich allmählich in einen nicht klassifizierten Tänzer und Choreografen verwandelt. Galván kodiert die Körpersprache des Flamenco neu und verwendet dabei nicht nur Ausdrucksformen, die ihm genealogisch nahe stehen, wie den Stierkampf, sondern auch performative Aspekte anderer Rituale der Populärkultur, vom Fußball über den Aktivismus bis hin zum Cross-Dressing. Er produziert eine Vielzahl von Körpern für einen Flamenco, der sich selbst in einem Prozess der Veränderung befindet. Jede seiner Kreationen soll ein Meilenstein in seinem Streben nach einem Tanz sein, der sich von bestimmten Merkmalen eines kristallisierten Flamencos befreien will. Er möchte den Tanz wieder auf den eigentlichen Akt des Tanzens konzentrieren.
Israel Galván wurde mit den renommiertesten Preisen wie dem Premio Nacional de Danza (Spanien), dem New Yorker Bessie Performance Award und dem National Dance Award for Exceptional Artistry (Großbritannien) ausgezeichnet. Im Jahr 2016 wurde er in Frankreich in den Rang eines Officier dans l'Ordre des Arts et des Lettres befördert. Israel Galván ist auch in einer Netflix-Doku-Serie über Tanz namens Move zu sehen. Er ist ein assoziierter Künstler am Le Théâtre de la Ville in Paris.

Eine Veranstaltung von ImPulsTanz - Vienna International Dance Festival