Michael Musalek

Michael Musalek (c) RKH

Auf eine Melange mit Musalek

"Worte, die verletzen – wenn Sprache zur Waffe wird": vom fahrlässigen Verletzen bis zum Rufmord

Körperliche Verletzungen und Übergriffe werden in unserer Gesellschaft zu Recht geahndet und mit rechtlichen Schritten belegt. Für diese Formen der Verletzungen haben wir eine hohe Sensibilität und Aufmerksamkeit entwickelt. Im Gegenteil dazu wird verbalen Verletzungen noch immer nicht jene Bedeutung und Aufmerksamkeit beigemessen, die sie verdienten, denn auch Worte können einen sehr großen Schaden anrichten – gerade in der digitalen Welt sind diesen Überschreitungen keine Grenzen gesetzt.

Die Absender, Blogger & Poster überlegen oft nicht bzw. in nur rudimentärer Weise, wie ihre Aussagen beim Gegenüber ankommen, was sie bewirken, welche Schäden sie anrichten und welche Schmerzen sie bereiten. Schwere psychische Krisen bis hin zu Suizidalität sind leider beredte Beispiele dafür. Häufig sind von solchen verbalen Attacken auch Kinder und Jugendliche betroffen, die aufgrund ihrer entwicklungsbedingten erhöhten Vulnerabilität besonders anfällig für massive Leidenssituationen sind. Auch dafür haben wir als Gesellschaft (noch) immer nicht ausreichend Sensibilität entwickelt. Dabei wäre es höchste Zeit.

Denn diese verbalen Angriffe können als äußerste Konsequenz einen Rufmord und Existenzverlust nach sich ziehen. Man muss hier nicht nur an prominente Schauspieler:innen, Sportler:innen oder auch Politiker:innen denken, deren Karriere durch diese Form von Rufmord ein jähes Ende findet, sondern vor allem auch an die vielen Kinder und jungen Menschen, die dadurch in schwere Lebenskrisen gedrängt werden.