Dimitré Dinev

Dimitré Dinev (c) Minitta Kandlbauer

Im Zeit-Raum: Dimitré Dinev

Zeit der Mutigen – Johannes Kaup im Gespräch mit dem Schriftsteller Dimitré Dinev

Was macht den Mutigen aus – die Tat oder die Weigerung, zu verrohen? Wie lässt sich Würde behaupten in einer Zeit, die Gleichgültigkeit belohnt? Und kann Literatur eine Zuflucht sein – oder ist sie selbst ein Akt des Widerstands?

In seinem neuen Roman "Zeit der Mutigen" erzählt Dimitré Dinev von Menschen, die sich dem Sog der Geschichte entgegenstemmen – von jenen, die trotz Angst und Verlust das Licht der Hoffnung bewahren. Es ist ein Buch über das Überleben im Ausnahmezustand, über das fragile Gleichgewicht zwischen Schicksal und Entscheidung, und über den Mut, menschlich zu bleiben, wenn die Welt ihre Menschlichkeit verliert. Dinev verdeutlicht, wie politische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Krisen Menschen zu extremen Handlungen treiben können. Wer aus der Vergangenheit lernt, erkennt die Gefahren von Gleichgültigkeit, Autoritarismus und Gewaltbereitschaft frühzeitig. Mut im Roman zeigt sich nicht nur in großen, sichtbaren Taten, sondern oft im stillen Widerstand gegen Ungerechtigkeit, in der Fähigkeit, menschlich zu bleiben, wenn Angst, Gleichgültigkeit oder Gewalt dominieren. Mut bedeutet: trotz Angst handeln, trotz Druck die eigene Integrität bewahren.

Johannes Kaup lotet im Gespräch mit Dimitré Dinev an diesem Abend aus, wie und warum wir auch unter Druck menschlich bleiben können, ohne zu verrohen, und was es wirklich heißt "Courage" zu haben.

Dimitré Dinev wurde 1968 in Bulgarien geboren. Im Jahr 1990 kam er als Flüchtling nach Österreich, wo er studierte und seitdem in deutscher Sprache Drehbücher, Erzählungen und Essays veröffentlichte. Seine Theaterstücke wurden u. a. am Burgtheater inszeniert. Der literarische Durchbruch gelang ihm 2003 mit seinem Familienroman "Engelszungen", der europaweit mit großem Interesse aufgenommen wurde. Dimitré Dinev lebt in Wien. Sein Buch "Zeit der Mutigen" wird von Kritiker:innen als außergewöhnliches literarisches Meisterwerk gelobt.