Restaurierung Sendesaal Sitze

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Restaurierungsarbeiten im Großen Sendesaal

Eine Besonderheit in unserem Haus – legendär und einzigartig – sind die bequemen Lederfauteuils im Großen Sendesaal. In keinem anderen Konzertsaal der Stadt sitzt man so bequem und geräumig.

Von Clemens Holzmeister als Herzstück des Funkhauses der RAVAG erbaut, diente der Große Sendesaal als Proberaum und Aufnahmestudio des radioeigenen Orchesters. Öffentliche Aufführungen waren anfangs eine Ausnahme. Trotzdem verfügt der Saal seit seiner Erbauung in den 1930er Jahren über die Eigenschaften der Publikumsnähe. Die vorderen Lederstühle wurden in unmittelbare Nähe zur sehr niedrigen Bühne installiert, sozusagen Radio zum Angreifen. Die bis heute originale und denkmalgeschützte Bestuhlung wurde eigens entworfen und war damals schon eine Besonderheit, da in anderen Konzertsälen üblicherweise Holzklappstühle verwendet wurden. Aufgrund der primären Aufgabe als Aufnahmeort wollte Architekt Clemens Holzmeister die Geräuschkulisse verhindern, die durch das Publikum auf derartigen Klappstühlen automatisch entstanden wäre.

Auch ohne Publikum ist die Bestuhlung essentiell, insbesondere für das ORF Radio-Symphonieorchester Wien, welches im Großen Sendesaal nicht nur probt, sondern ihn auch regelmäßig als Recording Stage für CD-Aufnahmen, Filmmusikeinspielungen und mehr nutzt. Durch die gedämpften Lederfauteuils lassen sich ähnliche Nachhallzeiten erzielen wie mit Publikum, was für die einmalige Akustik im Saal entscheidend ist.

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Unser Publikum kennt den Großen Sendesaal natürlich nicht nur als Aufnahmeraum, sondern überwiegend als Veranstaltungsraum und Konzertsaal. Die meisten unserer Veranstaltungen werden für die Radio- und Fernsehsender des ORF aufgezeichnet und dafür kommt genau wieder die Intention der Lederfauteuils zum Einsatz: Konzentration auf den Inhalt, sowohl vor Ort als auch über Funkwellen.

Wir freuen uns also, dass wir 2026 diese denkmalgeschützten und bedeutenden Stühle nach 22 Jahren wieder reihenweise erneuern können. Sie werden neu aufgepolstert, neu überzogen und mit Ledernägeln verziert. Wir konservieren damit nicht nur ein Stück österreichische Architektur- und Rundfunkgeschichte, sondern ermöglichen unserem Publikum schöne, inspirierende, interessante und vor allem bequeme Kulturveranstaltungen.