Franui (c) Ingo Pertramer
Franui – Geistervariationen.Session
DI | 20 10 2026 | 19:30 Uhr
Großer Sendesaal
Eintritt: EUR 37,–
Ermäßigungen:
ORF RadioKulturhaus-Karte 50%, Ö1 Club 15%
Alternative Termine
MI | 21 10 2026 | 19:30 Uhr
DO | 22 10 2026 | 19:30 Uhr
Bitte beachten Sie, dass der bei Erwerb gewählte Termin nach abgeschlossener Buchung nicht mehr auf einen der anderen Termine geändert werden kann.
Die Musicbanda Franui verbindet mit dem RadioKulturhaus eine lang währende Freundschaft. Zuletzt nahmen die Osttiroler Musiker:innen gemeinsam mit Bariton Florian Boesch im Großen Sendesaal vor Publikum ihre Version von Schuberts "Die schöne Müllerin" auf. Das hörenswerte und klangprächtige Album erschien im Vorjahr beim Label col legno. Franz Schubert ist – Selbstauskunft Franui – der "Hausheilige" des Ensembles. Schuberts Musik spielt eine tragende Rolle bei einer außerordentlichen Karriere, die vom Heustadel in Innervillgraten auf die großen Bühnen Europas führte.
Im Jahr 1993 formierte sich die Musicbanda als "Haus- und Hofkapelle" des Festivals Villgrater Kulturwiese. Die kulturellen Aktivitäten fanden ein jähes Ende, als Gegner des Festivals einen Veranstaltungsort in Brand steckten. Kein Wunder, dass die Franuis bald Trauermärsche bliesen – ihrer Meinung nach "die beste Volksmusik im Alpenraum, da sie für touristische Zwecke nicht zu gebrauchen ist." Bald kam auch die Frage auf: Wie klingt diese Trauermusik in der Klassik weiter? Und schon war man bei Schubert, in dessen Winterreise sogar im Wirtshaus der Trauermarsch erklingt. Wirtshaus und Trauermarsch, das sind die beiden Pole, zwischen denen sich die Musik von Franui abspielt. Bei der Aneignung klassischer Musik mit ihrer sofort wiedererkennbaren Klangbatterie verfolgen die Musiker:innen eine klare künstlerische Strategie. Trompeter Andreas Schett: "Das Prinzip der Mehrdeutigkeit ist entscheidend: Es soll nicht in einem Klang oder einem musikalischen Moment die Aufforderung enthalten sein, was man konkret zu denken oder zu empfinden habe. Wir wollen, dass die Musik in der Schwebe bleibt." Gelernt habe man das – erraten! – am Friedhof, bei den Trauermärschen, "wo das Weinen und das Lachen in jeder Note stecken".
International bekannt wurde Franui mit dem im Jahr 2007 veröffentlichten Album "Schubertlieder". Überraschung: Darauf war kein Sänger zu hören! Schett: "Wir haben dem Publikum erzählt, dass der Sänger den Eingang in unser Tal nicht gefunden habe. In Wahrheit wollten wir das Kunstlied von ganz bestimmten Traditionen der Interpretation befreien und in einem neuen Licht präsentieren." Von Schubert führte der Weg zu Gustav Mahler, von den Brahms-Volksliedern zur Gebrauchsmusik Mozarts, von den Feldforschungen Bartóks zu Stücken des 20. Jahrhunderts (Webern, Cage). Dabei standen immer wieder literarische Werke im Mittelpunkt – Arthur Schnitzler, Joseph Roth oder zuletzt Thomas Bernhards "Holzfällen" als Sensationserfolg im Burgtheater – und kam es zu phänomenalen Kooperationen: etwa mit dem Schauspieler Nicholas Ofczarek, dem Kabarett-Duo Maschek, mit der Wienerlied-Combo Die Strottern oder dem australischen Contemporary Circus Circa. Und nun Robert Schumann: Dessen letztes Stück, "Geistervariationen", bildet den Ausgangspunkt für eine als musikalische Séance getarnte Tonaufnahme, bei der Sie im Publikum live dabei sein können!
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In Kooperation mit der Tageszeitung "Die Presse".
