Maja Göpel

Maja Göpel (c) Linda Schäffler

Im Zeit-Raum: Maja Göpel

"WIE unsere Welt NEU denken?" – Johannes Kaup im Gespräch mit Maja Göpel

In welcher Welt wollen wir leben? Welche Zukunft wollen wir für unsere Kinder? Müssen wir angesichts der Lage uns selbst, unsere Welt und unsere Zukunft neu begreifen?

Vor wenigen Jahren noch schien es ein Momentum für sozial-ökologische Transformationsprozesse und eine damit verbundene zukunftsfähige Politik zu geben. Es schien, als hätten immer mehr Menschen und auch Politiker:innen verstanden, dass es dabei um die Fragen des Überlebens geht. Einiges wurde auch auf den Weg gebracht. Aber dann kam eine Krise nach der anderen und manche gleich parallel: die globale Corona-Pandemie, der russische Angriffskrieg auf die Ukraine, der Gaza-Krieg, der Iran-krieg, eine steigende Inflation, eine Bedrohung der europäischen Demokratien durch nationalistischen Populismus, sowie Cyberattacken und Desinformation externer Akteure, der Aufstieg extremer politischer Kräfte und eine rasante, unvorhersehbare Entwicklung von Künstlicher Intelligenz, die viele traditionelle Jobs zu ersetzen droht. Dazu kommt, dass die USA seit US-Präsident Trump als einst verlässlicher Partner in Sicherheitsfragen fraglich geworden sind und die notwendige sozial-ökologische Transformation auch in Europa eingebremst wird.

In einer zunehmenden Stimmung der Überforderung und Angst reagieren viele Bürgerinnen und Bürger mit einer "Veränderungserschöpfung" (S. Mau). Doch Kompensationsversuche wie individualistische Abschottung oder egozentrischer Konsumismus à la das "Leben als letzte Gelegenheit" (M. Gronemeyer) führen auch in die Sackgasse.

In der Gefahr wächst das Rettende auch, so heißt es tröstlich bei Hölderlin. Aber wie? Was können wir zum Rettenden beitragen?

WIE uns selbst und unsere Welt neu denken? Was sollten wir zuvor über die großen Transformationen in Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft aus den verschiedensten Wissenschaftszweigen wissen? Unter welchen Umständen können individuelle Freiheit, soziale Gerechtigkeit und der Erhalt der Schöpfung im 21.Jahrhundert erhalten bzw. gestärkt werden? Gibt es realistische Möglichkeiten eines Lebens und Arbeitens jenseits des herkömmlichen Wirtschaftswachstums-Denkens? Was sind – angesichts des Drucks gegenwärtiger Veränderungen – angemessene Handlungsmöglichkeiten für uns? Welche Rolle bei der Bewältigung globaler Krisen und der Gestaltung einer wünschenswerten enkeltauglichen Zukunft spielen dabei jede(r) Einzelne, das Bildungswesen, die Wissenschaft, Medien, Politik und Zivilgesellschaft?

Maja Göpel, ist eine vielfach mit Preisen ausgezeichnete Transformationsforscherin und Wissenschaftskommunikatorin. Die Politökonomin, Sozialwissenschaftlerin und Nachhaltigkeitsforscherin leitete bis 2017 das Berliner Büro des Wuppertal Instituts für Klima, Umwelt, Energie. Von 2017 bis 2020 war sie Generalsekretärin des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU). 2019 gründete sie das Netzwerk "Scientists4Future" mit, 2023 das Science-Society Netzwerk "Mission Wertvoll". Neben ihren wissenschaftlichen Publikationen entstanden erzählerische Sachbücher, wie "Unsere Welt Neu Denken" (2020), "Wir können auch anders" (2022) und "Werte" (2025). Ihr Podcast "Neu denken" erreicht ein Massenpublikum. Der Philosoph Peter Sloterdijk bezeichnet Maja Göpel als "professionelle Mutmacherin".