Portrait von Trixi Schuba

(c) ORF/Günther Pichlkostner

ABSAGE: Aus dem ORF-Sport-Archiv: Trixi Schuba

Eiskunstlauf-Olympiasiegerin Trixi Schuba feierte im April dieses Jahres ihren 70. Geburtstag und ist der zweiter Gast bei Mari Lang in unserer Sport-Reihe.

Der größte Erfolg von Trixi Schuba jährt sich in diesem Jahr zum 50. Mal. 1972 holte die Wienerin Gold bei den Olympischen Spielen in Sapporo. Als zweifache Welt- und Europameisterin kam Schuba als klare Favoritin nach Japan. Sie galt und gilt bis heute als die Pflichtkönigin. Ihr gegenüber standen die Kürspezialistinnen Karen Magnussen aus Kanada und Janet Lynn aus den USA. Schuba zeigte, wie von ihr erwartet, ein perfektes Pflichtprogramm, sodass eine saubere Kür reichte, um sich Gold vor Magnussen und Lynn zu sichern.
Ungetrübt war die Freude über diesen großartigen Erfolg dennoch nicht. Obwohl Schuba in Sapporo die einzige Goldmedaille für Österreich holte, stand vor allem Karl Schranz im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit: Der Skiläufer war wegen Verstößen gegen das Werbeverbot bei den Spielen disqualifiziert worden und es wurde darüber diskutiert, aufgrund dieser Entscheidung das ganze ÖOCTeam aus Sapporo abzuziehen. Und auch nach der Rückkehr aus Sapporo stand Karl Schranz, bejubelt am Heldenplatz in Wien, im Fokus, während Trixi Schuba in Linz empfangen wurde. Die im selben Jahr zu Österreichs "Sportlerin des Jahres" gewählte Eiskunstläuferin schloss schließlich Frieden mit der Geschichte – und Karl Schranz, den sie 2016 zur Präsentation ihrer Biografie einlud, zu der der Skistar auch erschien.

Portrait von Mari Lang

Mari Lang (c) Martina Lang

Mari Lang (c) Martina Lang

Die Biografie trägt den Titel "Die Kür meines Lebens" und bietet "Erinnerungen, Tagebücher, Briefe" und fast 400 Fotos. Da ihre sehr an Kunst interessierten Eltern keine Karten für eine Vorstellung am Burgtheater bekamen, kauften sie kurzerhand ein Fernsehgerät. Dadurch entdeckte Trixi Schuba schon als Kind ihre Leidenschaft zum Eiskunstlauf. Damals lief eine Übertragung der englischen Eiskunstlauf-Meisterschaften im Fernsehen, die Schuba so fesselte, dass sie beschloss, diesen Sport aktiv auszuüben. Die ersten Erfolge stellten sich schnell ein. 1967 wurde sie mit 15 Jahren erstmals Staatsmeisterin – einen Titel, den sie bis 1972 jährlich wiederholte. Zu den vier Goldenen Medaillen bei Welt- und Europameisterschaften gesellten sich noch zwei Mal WM-Silber, einmal EM-Silber und zwei Mal EM-Bronze. Nach dem Ende ihrer aktiven Laufbahn im Olympiajahr 1972 wechselte sie vom Profilager zu "Holiday on Ice". 1996 erhielt Trixi Schuba das Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich, 2002 das Goldene Verdienstzeichen des Landes Wien. Von 2002 bis 2006 war sie Präsidentin des Österreichischen Eiskunstlaufverbandes, von 2004 bis 2009 Mitglied des Österreichischen Olympischen Comités. 2017 wurde Trixi Schuba in die Hall of Fame des Eiskunstlaufs in Colorado Springs aufgenommen.

Text: Christian Huber

In Zusammenarbeit mit ORF SPORT +.