Franz Koglmann und Wolfgang Mitterer

Foto: Julia Stix / Artwork: Susi von Hasen

Festkonzert

Zwei Auftragskompositionen und somit Uraufführungen erklingen im Rahmen dieses Festkonzertes: Einmal ist die Schuke-Orgel des Sendesaals mit Wolfgang Mitterers Komposition "11 songs for 2 machines" Mittelpunkt des Geschehens. Den zweiten Teil bestreitet ein Jazzquintett rund um Franz Koglmann.

Wolfgang Mitterer zählt zu den wichtigsten zeitgenössischen Komponisten Österreichs und hat sich als Spezialist für elektroakustische Musik etabliert. An diesem Abend fungiert er auch als Organist und verbindet in seiner Komposition "11 songs for 2 machines" das Spiel der Pfeifenorgel, als komplexe Musikmaschine der Vergangenheit, mit dem Spiel des Keyboards, als eine Art zweite Orgel der Gegenwart. Mit angehängtem Rechner, kann ein Keyboard noch viel mehr als Orgelklänge simulieren.

Der Wiener Komponist und Jazztrompeter Franz Koglmann gilt als wichtiger Vertreter und Erneuerer der heimischen Jazz-Avantgarde. 2019 wurde dem Komponisten, der heuer seinen 75. Geburtstag feierte, das österreichische Ehrenzeichen für Wissenschaft und Kunst verliehen. Gemeinsam mit Ingrid Karl gründete er 1982 die Wiener Musik Galerie.
Für unser 25-jähriges Jubiläum hat er neben einem Auftragswerk auch eine feierliche Fanfare komponiert. Das Auftragswerk "ZIEFF – Notes on a Genius" ist dem amerikanischen Komponisten Bob Zieff gewidmet, der als Urheber eigenwilliger für Chet Baker verfasste Stücke bekannt wurde. Zieffs Musik, die bei aller kompositionstechnischen Komplexität vor allem durch ihre Eleganz besticht, und die herkunftsmäßig nicht nur in Jazztraditionen der Nachkriegszeit, wie Miles Davis "Birth of the Cool" Nonett, sondern auch in der Wiener Schule eines Schönberg und Alban Berg verankert ist, zog Franz Koglmann in ihren Bann.
Und so entstand diese Komposition als eine Widmung, die aber ausschließlich Eigenkompositionen wie auch das Gedicht „SAD WALK“ des amerikanischen Lyrikers Robert Creeley enthält.
Über den kanadischen Musikwissenschaftler Jack Chambers gelang ein persönlicher Kontakt zu Zieff, der um die Jahrhundertwende noch an einem College in Pennsylvania unterrichtete. Es gelang Ingrid Karl Bob Zieff 2007 für das Jubiläumsfestival "Atypical Jazz – 25 Jahre Wiener Musik Galerie" zu engagieren. Seine persönliche Anwesenheit mit einem Ensemble des Dickinson College verdeutlichte einmal mehr, wie sehr Zieff mit (seinem Freund) Gil Evans und George Russell, Gunther Schuller, John Lewis u.a. zu den wichtigen composers/arrangers zählt, denen an der Erweiterung des harmonischen und formalen Materials im Jazz gelegen war. Leider wurden etliche seiner größer besetzten Werke, etwa Arrangements, die er im Auftrag von Gil Evans für dessen "Out of the Cool"-Produktion verfasst hatte, nicht veröffentlicht, weshalb er zwar einer Kennerschaft geläufig ist, einem breiteren Publikum jedoch kaum bekannt wurde. "Who the hell is Bob Zieff?" nannte Jack Chambers seinen Beitrag für die Festpublikation der Wiener Musik Galerie. Bob Zieff, der Koglmanns CDs partiell kannte, betrachtete ihn in persönlichen Gesprächen als so etwas wie einen Geistesverwandten – und dies legitimiert ihn, ihm dieses suitenartige Gebilde zu widmen.

Für unser 25-jähriges Jubiläum hat er neben dem Auftragswerk auch eine feierliche Fanfare komponiert.

Besetzung "11 songs for 2 machines":
Wolfgang Mitterer - Orgel & Electronics

Besetzung "ZIEFF – Notes on a Genius":
Franz Koglmann - Trompete, Flügelhorn
Mario Arcari - Oboe, Englischhorn
Sandro Miori - Sopransaxofon, Tenorsaxofon, Flöte, Altflöte
Attila Pasztor - Cello
Gerhard Laber - Percussion

Mit freundlicher Unterstützung der Stadt Wien, MA7.